Klebebänder und -folien
Ursachen
Klebebänder und -folien bestehen aus einem Trägermaterial und einem dauerhaft klebrigen Haftklebstoff. Um die permanente Klebrigkeit zu erreichen, werden dem Klebstoff Weichmacher zugesetzt. Diese neigen dazu, zusammen mit dem Klebstoff in die angrenzenden Materialien einzudringen, sog. „Weichmacherwanderung“, und sich dann langsam zu verflüchtigen. Im Laufe der Alterung verbräunen sowohl Klebstoff als auch Weichmacher durch Oxidation und werden spröde und brüchig. Die Trennung von Weichmacher und Klebstoff unterstützt die Sprödigkeit zusätzlich. Ist die Alterung bereits sehr weit fortgeschritten, kommt es zum Verlust der Klebkraft, das Trägermaterial des Klebebandes oder der -folie fällt ab. Als bräunliche Verfärbung bleibt jedoch der spröde und in das Material eingedrungene Klebstoff zurück.
Prävention
Klebebänder und -folien eignen sich nicht zur Schließung von Rissen in Papier, zur Verstärkung labiler Materialien oder zur Montierung von Grafiken. Sie sind aufgrund der beschriebenen Zusammensetzung nicht stabil und führen im Laufe der Zeit zu Schäden an den Materialien, auf die sie geklebt wurden. Objekte, die bereits mit selbstklebenden Produkten repariert wurden, sollten restauratorisch behandelt werden. Je weniger die Alterung des Materials fortgeschritten ist, desto eher besteht die Wahrscheinlichkeit, die Klebebänder weitgehend ohne Schäden am Buch oder der Graphik wieder entfernen zu können.
Restaurierung
Sind Klebebänder oder -folien noch nicht gealtert, lassen sie sich meist ohne Beschädigung der Oberfläche abnehmen. Im Verlauf der Alterung dringt der Klebstoff jedoch in das Substrat ein und macht ein einfaches Abnehmen unmöglich. Meist lassen sich die Trägermaterialien mit Hilfe von Wärme ablösen. In stark gealtertem Zustand löst sich der Träger sogar von alleine ab. Die erst klebrige, später spröde, immer jedoch verbräunte Klebstoffschicht bleibt zurück. Häufig ist der Klebstoff nicht mehr aus dem Material zu entfernen. Eine Reduzierung des Klebstoffs und damit der Verbräunung ist jedoch in vielen Fällen möglich. Dazu können feuchte oder pulvrige Kompressenmaterialien mit Lösemitteln getränkt werden, die den Klebstoff anlösen und ihn durch Kapillarwirkung aus dem Material herausziehen. Da sich die Lösungseigenschaften verschiedener Klebstoffe in unterschiedlichen Stadien der Alterung erheblich voneinander unterscheiden, ist es nicht möglich, ein universell einsetzbares Lösemittel zu verwenden, sondern es muss für jedes Objekt die passende Behandlungsmethode gefunden werden.

Autorin: Maria Sutor

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