Lederalterung
Ursachen
Die Ursachen für die Alterung von Leder liegen im unausgewogenen Gehalt an Wasser, Fett und Säure und führen zu einer Versprödung des Materials. Das im Leder enthaltene Wasser ist verantwortlich für seine Flexibilität. Wird Leder in einer sehr trockenen Umgebung aufbewahrt, ist es bestrebt, sich der Umgebung anzupassen, indem es seinen Wassergehalt reduziert. Auf diese Weise wird es härter, weniger flexibel und damit empfindlicher. In erhöhter Luftfeuchtigkeit erfolgt eine Rehydratation, die allerdings von der Dauer und Intensität der vorangegangenen Trockenphase abhängig und damit evtl. nicht mehr vollständig reversibel ist. Auch der Fettgehalt des Leders ist verantwortlich für seine Flexibilität. Ein zu geringer Fettgehalt führt zum Aufbrechen der Papillarschicht, zur Bildung von Schollen und schließlich zum Verlust der Narbenschicht (Narbenbruch). Ein zu hoher Fettgehalt führt dagegen zur Oxidation der freien Fettsäuren und damit auch zum chemischen Abbau des Leders. Von einer Übersäuerung sind vor allem vegetabilisch gegerbte oder mit bestimmten Dekorierungsmethoden verzierte Leder gefährdet. Durch freie Säure im Material (Gerbstoffe oder saure Salze) reagiert das Leder sehr empfindlich auf Feuchtigkeit. Der Kontakt mit Wasser verursacht eine saure Verbrennung, wodurch das Leder irreversibel schwarz und hart wird.
Roter Verfall
Roter Verfall
Narbenbruch
Narbenbruch
Prävention
Leder sollte nicht austrocknen. Deshalb ist ein konstantes Klima während der Aufbewahrung notwendig. Durch eine fachgerechte Lederpflege - die jedoch nur in Ausnahmefällen notwendig ist - und geeignete klimatische Bedingungen kann eine Minimierung von Schäden durch einen unausgewogenen Fett- und Wassergehalt vermieden werden. Eine Übersäuerung des Leders kann kaum verhindert werden, da sie entweder materialtypisch oder herstellungsbedingt ist.
Restaurierung
Die beschriebenen Schäden sind nur teilweise reversibel. Bereits abgebautes Leder kann durch Festigung stabilisiert werden. An stark beanspruchten Stellen, wie z.B. dem Falzgelenk, ist dies jedoch nicht ausreichend. Hier muss unter Umständen Ergänzungsmaterial eingefügt werden. Leder mit einem zu niedrigen Fettgehalt kann mit einer speziellen Lederpflege – keinesfalls Schuh-, Handcreme oder Milch verwenden! – behandelt werden. Wichtig ist hierbei jedoch, dass diese Maßnahme von einem/r ausgebildeten Restaurator/in ausgeführt wird.
Buchrücken, vor der Restaurierung
vor der Restaurierung
Buchrücken, nach der Restaurierung
nach der Restaurierung

Autorin: Maria Sutor

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