Papieralterung
Ursachen
Brüchiges und vergilbtes Papier ist besonders seit der Einführung der Harzleimung und des Holzschliffs zur Papierherstellung ein gravierendes Problem. Während Hadern eine hervorragende Alterungsbeständigkeit aufweisen, sind im Holzschliff Schadstoffe enthalten, die zu einem schnellen Abbau des Papiers führen. Vor allem das im Holzschliff enthaltene Lignin (bis zu 30%), das unter Einfluss von Sauerstoff und Licht oxidiert, führt zu einem Abbau der Cellulose. Der Harzleimung wird Alaun [KAl(SO4)2] zugesetzt, um zu gewährleisten, dass der Leim auf die Papierfasern aufzieht. Anstelle des Alauns wurde häufig das billigere Aluminiumsulfat [Al2(SO4)3] verwendet. Nicht gebundenes Aluminiumsulfat bildet jedoch Schwefelsäure, die die Papierfasern angreift und letztlich zerstört. Holzschliff und Harzleimung haben dazu geführt, dass heute viele Papiere - vor allem Akten und Bücher - von akutem Verfall bedroht sind.
Papieralterung, Zeitungen
Papieralterung - Zeitungen
Prävention
Die einfachste Möglichkeit der Prävention ist es, alterungsbeständige Papiere aus reinem Zellstoff zu verwenden. Solche Papiere von hoher Qualität werden unter dem Namen „holzfreie Papiere“ verkauft, obwohl als Rohstoff Holz verwendet wird. Das Holz wird dazu auf chemischem Wege aufgeschlossen, wobei gleichzeitig ein Grossteil der natürlichen Verunreinigungen entfernt wird. Allerdings sind die Rohstoffe nicht in ausreichender Menge vorhanden. Daher ist es fast unumgänglich, holzhaltiges Papier zu verarbeiten. Für wertvolle Objekte sollte man darauf achten, holzfreies Papier zu verwenden, welches bis zu 5% Holzschliff enthalten darf. Die Papierqualität und damit auch die Alterungsbeständigkeit hängen maßgeblich davon ab, wie rein die verarbeitete Zellulose ist. Liegt nun ein stark saures, brüchiges Objekt vor, sollte dieses, wie jedes andere Objekt auch, vor direktem Sonnenlicht geschützt werden.
Restaurierung
Die Behandlung von säurehaltigen Papieren stellt ein großes Problem dar. In der Einzelblattbehandlung werden die Blätter entsäuert, indem sie in ein Bad gegeben werden, dem zusätzlich eine Pufferlösung beigefügt wird. Dadurch kann der pH-Wert des Papiers bis in den neutralen Bereich angehoben werden. Außerdem können erneut Wasserstoffbrückenbindungen zwischen den Cellulosemolekülen ausgebildet werden, die die Papierstabilität erheblich steigern. Zusätzlich ist es üblich, die Papiere nachzuleimen, um die durch das Bad entzogene Leimung zu ersetzen. Im Gegensatz dazu sind in der Massenentsäuerung verschiedene wässrige und nichtwässrige Verfahren üblich, bei denen die Objekte maschinell entsäuert und gepuffert werden. Alle restauratorischen Behandlungen können den entstandenen Schaden jedoch nur verringern, bzw. einen weiteren Verfall hinauszögern. Die das Papier schädigenden Inhaltstoffe lassen sich nachträglich nicht mehr entfernen.
S